Kurt-Kurt Archiv 2010 - 2011


Kurt-Kurt Projekte für den öffentlichen Raum
Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
Das Internationale Moabit Festival

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Short & Intense 2011 Internationale Künstlerinnen in Moabit
Heather Allen, GB
Heike Baranowsky, D
Mona Hatoum, LIB
Karin Sander, D

Eröffnung: 3.11.2011 um 19 Uhr
Austellung: 3.11 - 26.11.2011
Öffnungszeiten: Do - Sa, 16 - 19 Uhr
Finissage + Artist Talk: 26.11.2011, 16 - 19 Uhr
Artist Talk: um 17 Uhr mit Heather Allen, Heike Baranowsky und Karin Sander

Short & Intense 2011 Internationale Künstlerinnen in Moabit

Das zweite Short & Intense Programm im Kurt-Kurt, kuratiert von Simone Zaugg und Pfelder, präsentiert vier internationale Künstlerinnen im Kontext von Moabit: Heather Allen, Heike Baranowsky, Mona Hatoum und Karin Sander. Anhand ausgewählter Arbeiten wird dem Publikum Einblick in das Schaffen von vier Künstlerinnen gegeben, die alle in Moabit arbeiten und leben und ganz unterschiedliche Aktionsradien, Biographien, Arbeitsstrategien und künstlerische Ausdrucksformen mitbringen.

Heather Allen präsentierte skulpturale Arbeiten und liess dutzende ihrer ca. 15 cm großen Figuren als fremde Bewohner das Lager von Kurt-Kurt bevölkern. Heike Baranowsky zeigte Auszüge aus ihrem umfangreichen filmischen Werk. Ihr Video Blown in the Wind aus der Serie American Skies inszeniert ein ephemeres Naturphänomen mit subtilen Manipulationen im Videobild. Ihre Video-Raum-Installation ergründet unser Verhältnis zum Medium Video. Mona Hatoums Objekte haben immer einen sehr konkreten Realitätsbezug und verweisen spielerisch subversiv auf politische Gegebenheiten. Im Kurt-Kurt stellte sie drei Arbeiten aus, die ihre kritische Haltung und die hintergründige Vielschichtigkeit ihres Schaffens demonstrieren. Karin Sander schickt ihre Mailed Paintings auf Reisen. Die Spuren der Postbeförderung bilden sich direkt auf den Leinwänden ab. Angekommen im Kunstraum wird das Abbild der Reisespuren zum Bild.

Das Ausstellungsprojekt Short & Intense | Internationale Künstlerinnen in Moabit steht im Spannungsfeld von Kunst, Künstler und urbanem Kontext. Ziel ist es, eine dialogische Annäherung und Diskussion über das Medium Kunst zu initiieren, die über den kunstspezifischen Diskurs hinausgeht und zurückführt in die gelebte Wirklichkeit des Ortes, zu den Menschen des Stadtteils und zu den individuellen Künstlerpersönlichkeiten und ihren Geschichten.

Kurt-Kurt Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit

Kurt-Kurt | Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit ist ein Kunstprojekt, das sich explizit mit dem Stadtraum Moabit auseinandersetzt und sich bewusst hier verortet. Ziel ist es sowohl den Blick auf die Details vor Ort zu schärfen, wie auch den Blick nach Außen zu öffnen und Moabit in einem größeren Kontext wahrzunehmen. Die Interventionen und Präsentationen des Projekts Kurt-Kurt sind immer auch Ort für Begegnungen und Kommunikation zwischen Stadtraum und Kunstort, zwischen Modell und Realität, zwischen ansässiger Bevölkerung und überregionalen Gästen, zwischen Produzent und Konsument. Kurt-Kurt ist eine Schnittstelle für lokale und globale Erfahrungen, für Diskussionen, für Begegnungen und für neue Netzwerke. Die Projektzentrale befindet sich im Geburtshaus von Kurt Tucholsky. Dies bedeutet für uns zugleich Ansporn und Herausforderung, in Erinnerung an den Dichter Kurt Tucholsky den kritisch-konstruktiven Blick auf die Gegenwart zu schärfen und unsere Lebensrealität mit künstlerischen Strategien zu konfrontieren.


kurt-kurt-aussen
Kurt-Kurt Aussenansicht
Mona Hatoum, Karin Sander
Mona Hatoum
Mona Hatoum
Mona Hatoum, Karin Sander
Heather Allen
Heather Allen
Heike Baranowsky
Artist Talk
Karin Sander
Heike Baranowsky
Artist Talk
Mona Hatoum
Mona Hatoum
 
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Part 6  9. - 11. Dez 2010 Bertram Weisshaar (D)
Ausstellung: 10./ 11.12.10 von 17 bis 19 Uhr

Die sechste Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler und Promenadologen Bertram Weisshaar
www.atelier-latent.de

Durch die Straßen Moabits

Der Spaziergangsforscher und Fotograf Bertram Weisshaar gestaltet seit 1995 zahlreiche öffentliche Spaziergangsinszenierungen und Interventionen im öffentlichen Raum. Mit seinem Spaziergang in Moabit führt er in ein überraschendes Patchwork vorhandener Alltagswelt ein. Dabei bringt er die ansonsten nur als isolierte Einheiten wahrgenommenen Stadtzonen, Verkehrsinfrastrukturen und Siedlungsfragmente in einen Zusammenhang. Er entwickelt eine differenzierte, wie auch poetische Leseart für diese Stadtstruktur und Stadtteilkultur, die so nie geplant und beabsichtigt war und daher gemeinhin als Ganzes nicht gesehen wird. Bertram Weisshaar lädt Sie ein, mit ihm am Samstag, 11.12.2010 um 17 Uhr durch die winterlichen Straßen Moabits zu spazieren.

Am Donnerstag, 9.12.2010 um 19 Uhr, wird die Ausstellung "Die Suche nach dem Taschentuchbaum" bei Kurt-Kurt eröffnet. Zu sehen ist das "Herbarium Vagans Weisshaarii", welches während einer vierwöchigen Fußreise durch zahlreiche Kleingartenanlagen von Leipzig nach Köln im Jahre 2004 von Bertram Weisshaar gesammelt wurde. Der Spaziergangsforscher begab sich damals auf eine Wanderung durch die Kleingarten-siedlungen Deutschlands. Diese ca. 500 km lange "Expedition in den Alltag" lenkt den Blick auf das Kleingartenwesen. Die Reise begann im Gartenverein "Dr. Schreber", auf dessen Gelände Deutschlands einziges Kleingärtnermuseum zu finden ist, und endete in dem Kleingartenverein "Sonnenhang" in Köln.
Die Forschungsreise untersuchte die heutige Pflanzenverwendung in Kleingärten, bzw. im Privatgrün. Es finden sich z.B. oft auch "Exoten" aus entfernten Kontinenten. Deren einstiger herausragender Wert wird mit deren heutigen Verfügbarkeit und Verwendung in Beziehung gesetzt. Die „Expedition“ wurde so zu einer „Jagd“ nach exotischen Pflanzen und weckt bewusst Assoziationen zu der fabelreichen Figur der „Plant Hunter“ (Pflanzenjäger, Pflanzensammler), durch welche diese Pflanzen in früheren Jahrhunderten nach Europa gebracht wurden.

Der Spaziergang durch Moabit mit Bertram Weisshaar findet am Samstag, dem 11.12.2010 um 17 Uhr statt. Start ist in der Kurt-Kurt Projektzentrale. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anschließend gibt es im Kurt-Kurt Glühwein und Gebäck.
Wir bitten Sie, sich kurz per e-mail unter info@kurt-kurt.de anzumelden, wenn Sie teilnehmen möchten. Spaziert wird bei jedem Wetter.

 

 

 

 
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Part 5  2. - 4. Dez 2010 Karen Scheper (D)
Ausstellung: 3./ 4.12.10 von 17 bis 19 Uhr

Die fünfte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstlerin Karen Scheper .
www.karenscheper.de

Schwarz-weiß

Karen Schepers künstlerische Arbeit verknüpft Zeichnung mit zum Teil raumgreifenden Installationen. Ihre Referenzen aus der Science Fiction Literatur, aus kunstphilosophischen Diskursen oder Klassikern des Horror Films verdichtet sie, und verbindet visuelle und kognitive Erzählstrategien zu homogenen Bild-Text-Objekt Komplexen. Die Beschäftigung mit der „Verbesserung“ der menschlichen Natur und die Erweiterung des Mensch-Begriffes in utopischen Fiktionen, aber auch Massenszenen aus Filmen dienen als Grundlage für ihre comicartigen schwarz-weißen Assemblagen.
Im vorderen Raum von Kurt-Kurt installiert Karen Scheper die Arbeit how to build a universe that may fall apart at any time [II]. Die frei hängenden Text- und Zeichenkörper der mind bubbles inszenieren die Auflösung räumlicher, zeitlicher und individueller Grenzen. Diese Gedankenauswüchse nehmen die Erweiterung der „Human Performance“ ins Visier - sei es die Identitätsstrukturierung von künstlichen Intelligenzen der Science Fiction Literatur, die Beschreibung bionischer Roboterarme oder die Vision, das denkende Bewusstsein vom leiblichen Körper trennen zu können.
Im hinteren Raum wird black crowds / zombie walks präsentiert. Die Reihe der black crowds isoliert Massenszenen aus Filmen. Das Aktionspersonal mutiert in der Bearbeitung zur reinen Zeichen-Masse. In der Schwarzzeichnung erscheinen die Figuren als Silhouetten mit zahlreichen Umrissüberschneidungen wie Klumpen schwarzen Protoplasmas: eine sich blind bewegende Masse mit leib-haften Ausbildungen. Das Figurensetting verbindet sich zu einem kompakten Zusammenschluss energetischen Volumens und bildet damit ein filmisches Aktionspotential im Stillstand nach.
Die gezeigten Motive stammen aus George A. Romeros „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“, Klassikern des Horrorfilms. Die Aufmärsche von Vampiren, Körperfressern und Zombies repräsentieren den gesichtslosen Feind der geschlossenen „Normalität“: die Revoltierenden, die Verarmten, die Entrechteten. Sie vermehren sich über Ansteckung und lassen sich somit mit Erregern vergleichen – den Viren.

 

 

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Part 4  25. - 27. Nov 2010  Via Lewandowsky (D)
Ausstellung: 26./ 27.11.10 von 17 bis 19 Uhr

Die vierte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Via Lewandowsky www.vialewandowsky.de
/> Zum Festival ist soeben ein Artikel von Claudia Wahjudi im Tagesspiegel erschienen:  www.tagesspiegel.de/kultur/augenblick-mal/3087748.html

Doch doch. Eine grün leuchtende LED-Schrift strahlt in der dunklen Winterzeit aus den Kurt-Kurt Projekträumen und bringt Licht und etwas grün in die baumlose Lübecker Straße. Das am meisten benutzte englische Wort „okay“ ist treffend für Ort und Zeit und ist die wörtliche Bedeutung der leuchtenden Buchstaben. Wir jedoch können die Leuchtschrift nicht lesen. Via Lewandowsky schreibt seinen Kommentar nicht in lateinischen Lettern. Er benutzt für sein Statement Zeichen aus dem Voynich-Manuskript, das vermutlich im 15. Jahrhundert in Norditalien geschrieben wurde. In dieser unbekannten und bisher nicht entzifferten Schrift und Sprache sind nur einzelne Zeichen entkodiert, wie z.B. die Buchstaben O, K, A und Y. Die künstlerische Strategie, das Alltäglichste in anderer Form zu präsentieren, und so den Betrachter mit kleinen, aber umso irritierenderen Verschiebungen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung zu konfrontieren, wohnt vielen der Arbeiten von Via Lewandowsky inne. Wer sich auf das Spiel von verschiedensten ironischen Bedeutungsebenen über Sprachbilder bis hin zu produktiven Missverständnissen einlässt, wird mitgenommen auf Expeditionen durch die Gedankenwelten des Künstlers. Für die Installation Vergiss dich (2005) hat Via Lewandowsky eine Liege mit eingebauter Chi-Massage-Maschine zur Hörstation umgestaltet. Die akustische Dimension dieser Massage-Liege - ein „Rat“ des Künstlers in Form eines Gedichtes mit der Anfangs- und Endzeile „Vergiss dich“ - erfährt der Besucher erst, wenn er sich in die Horizontale begibt und seine Füße in die vorgesehenen Ausformungen legt. Aus dem hintersten Raum von Kurt-Kurt ist ein Räuspern zu hören. Zu sehen ist hier nur ein verlassener Stuhl, an dessen Lehne einsam und unbeachtet ein Megaphon hängt. Dieses Gerät, das zum Verstärken von Aufforderungen, Befehlen und Signalen benutzt wird und nur selten gute Nachrichten übermittelt, scheint sich hier von allen Worten mit einer Phonetik jenseits der Sprache zu reinigen. Die Geräusche, die es von sich gibt, dienen nicht zum Wiederherstellen einer abhanden gekommenen Aufmerksamkeit, sondern sind viel mehr Ausdruck von Fassungslosigkeit und Sprachlosigkeit. Via Lewandowsky, der seit langen Jahren am Rande der Insel Moabit lebt und von hier aus immer wieder ausschwärmt auf seine weltweiten künstlerischen Expeditionen, aber auch immer wieder hierher zurückkehrt, nimmt uns in seiner Präsentation mit auf einen Weg von der Deutung zur Bedeutung, vom Raum zum Bild und vom Bild zur Sprache.

 

 


 
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Part 3  18. - 20. Nov 201010  Goran Tomcic (KRO/USA)
Ausstellung: 19./ 20.11.10 von 17 bis 19 Uhr

Die dritte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Goran Tomcic    www.arttakesmiami.com

Lose Something Every Day

Die drei neuen im Kurt-Kurt ausgestellten Installationen YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE, LOSE SOMETHING EVERY DAY und HEART SPILL von Goran Tomcic kreisen alle um das Thema Verlust. Wie viel verliert man jeden Tag? Etwas. Oder etwas mehr. Der Künstler arbeitet mit holographischen Folien, Plexiglas und Holz. Die Arbeiten oszillieren zwischen ihrer äußeren, glimmernden und glitzernden Erscheinung und ihren hinterfragenden und emotional aufgeladenen Botschaften. Manchmal fällt es leichter den existentiellen Fragen und Inhalten auszuweichen und sich zuerst auf die Glitzerästhetik einzulassen. Doch Goran Tomcic benutzt den vordergründigen Kitsch ganz bewusst. Er will damit die kritische Seite seiner installativen Werke nicht entschärfen, sondern sieht den Glanz und Glamour viel mehr als produktiven Kontrast.
Die Installation HEART SPILL – eine Schatzkiste mit unendlich vielen goldenen, glitzernden Plastikherzen – bewegt sich auf der Grenze zwischen Quantität und Qualität. Ein paar hundert glitzernde Herzen wären Kitsch. Eine Million davon überfordert unsere Sensibilität für Kitsch und konfrontiert uns mit einer unfassbaren Menge. Zauber oder Abgrund? Kitsch oder Katastrophe? Goran Tomcic formuliert es so: „Ich erzeuge ein spirituelles Klima durch Dekoration.“
„Abstoßung und Anziehung. Glamour und Morbidität. Schein und Sein. Oberfläche und Tiefe. Es funkelt so verwirrend und illusionistisch aus Goran Tomcics Universum, dass es auf den ersten Blick schwierig erscheint, bei dessen Deutung nicht zu stolpern, geblendet von den zahlreichen Lichtbrechungen, die den Raum erfüllen wie eine rotierende Diskokugel.“ (aus dem Text „Im Inneren der Diskokugel“ von Susanne Altmann)

Der Künstler wird seine Arbeit in einem Künstlergespräch am Samstag, dem 20. November ab 17 Uhr vorstellen.

YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE

 

LOSE SOMETHING EVERY DAY HEART SPILL
LOSE SOMETHING EVERY DAY YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE HEART SPILL
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Part 2   11. - 13. Nov 2010  Dogan Dogan (TUR/D)
Ausstellung: 12./ 13.11.10 von 17 bis 19 Uhr

Die zweite Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Dogan Dogan   www.dogandogan.net

Dogan Dogans Installation DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS, die neu und explizit für das Short & Intense Festival im Kurt-Kurt entwickelt wurde, setzt sich mit den hochaktuellen und brisanten Themen Migration und Integration in Deutschland auseinander. Genau genommen beschäftigt sich der in Berlin-Moabit lebende Künstler Dogan Dogan mit seiner eigenen Biografie und damit, was neue Heimat und Identität bedeuten. Dogan Dogan wurde 1967 als Kurde in der Türkei geboren. Als er die Grundschule besuchte, wurde er als Türkischer Staatsangehöriger registriert. Später studierte er in Deutschland und besitzt seit 1998 die Deutsche Staatsangehörigkeit. Man könnte seine Installation als ironischen Kommentar auf die derzeitige Debatte über Migration und die politische Kampagne "Integration" lesen. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sie sich bald aber als weitaus komplexer. Ausgehend von der Inschrift „Dem Deutschen Volke“ am Reichstagsgebäude in Berlin und Hans Haackes Arbeit „Der Bevölkerung“, stellt Dogan Dogan sozusagen als Betroffener eine neue Variante zur Diskussion: DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS. Dogan Dogan, der als Dogan Özdogan bei Hermann Nitsch und Simon Starling an der Städelschule in Frankfurt am Main und bei Hans Haacke in New York studiert hat, geht es in seiner Installation um mehr als um die bekannten Schlagwörter. Mit seinem künstlerischen Statement transferiert er die verbale und von den Medien gesteuerte Auseinandersetzung auf eine persönliche Ebene, wo jede und jeder seine eigene Situation und die Befindlichkeiten im Alltag einer multikulturellen Gesellschaft hinterfragen, prüfen und vergleichen kann.

Der Bevölkerung Deutschlands

 

Der Bevölkerung Deutschlands Der Bevölkerung Deutschlands Der Bevölkerung Deutschlands
Der Bevölkerung Deutschlands Der Bevölkerung Deutschlands  
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Part 1   4. - 6. Nov 2010   Veronika Witte (D)
Ausstellung: 5./ 6.10.10 von 17 bis 19 Uhr

Die erste Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstlerin Veronika Witte (www.veronikawitte.de)

Seit etwa zehn Jahren beschäftigt sich Veronika Witte in ihrem künstlerischen Schaffen mit den Auswirkungen der Biowissenschaften auf die Konstruktion von Identität in unserer Gesellschaft. Zwei Arbeiten zu dieser Thematik stehen im Zentrum ihrer Präsentation im Kurt-Kurt:

Die Installation „Wenn ich ‚ich’ sage, lüge ich“ und eine Skulptur in Kombination mit Zeichnungen aus der Serie „Liquid Identities“.

So unterschiedlich beide Werke in ihrer Ausformung sind, lassen sie sich doch grundsätzlich auf dieselbe inhaltliche Fragestellung zurückführen. Ursprünglich von der Bildhauerei kommend, porträtiert Veronika Witte Menschen, indem sie mit Fragebögen und Interviews deren Selbstbild hinterfragt, auswertet und mit skulpturalen und performativen Elementen verknüpft. Immer steht die Frage im Zentrum, wie sich das menschliche Individuum definieren lässt. Veronika Witte arbeitet so an einem erweiterten Porträtbegriff, den sie multidisziplinär verfolgt und dabei Schnittstellen und Grenzbereiche zwischen Kunst, Theater und Wissenschaft auslotet.

Bei „Wenn ich ‚ich’ sage, lüge ich“ 2004/8 erscheinen in einem abgedunkelten Raum auf LED-Laufschriften fließende Wortfragmente. „Ich bin mir sicher“ ist eines dieser Statements, die allesamt das Thema der Selbstvergewisserung behandeln. Gleichzeitig wirft eine motorbetriebene Spiegelkugel eine scheinbar unendliche Folge von vier Buchstaben auf Boden, Wände, Gegenstände und Menschen. Der solcherart in den Raum projizierte Text ist eine Sequenz des menschlichen genetischen Codes. Jeder der 4500 Einzelspiegel auf der Kugel trägt einen Buchstaben aus der Folge der genetischen Basenpaare A, C, T und G. Durch das weiße Licht werden die Buchstaben zurück in den Raum gespiegelt und legen sich wie ein fließender, flüchtiger immaterieller und kryptischer Text über den Raum.

Die zweite aktuelle Arbeit, die Veronika Witte ausstellt, ist teil der Skulpturengruppe „Liquid Identities“, 2010 und erscheint zunächst wie eine klassische Skulptur. Ein deformierter Körper aus hochglänzendem Chrom trägt partiell die Züge einzelner menschlicher Körperteile. Der vorgestellte Körper ist aber weder das direkte Abbild eines existierenden Wesens noch entspringt er der Phantasie der Künstlerin. Vielmehr stellt er das Ergebnis eines komplexen Umfrageprozesses dar, bei dem der von Ausstellungsbesuchern gezeichnete eigene utopische Körperentwurf durch ein Morphingverfahren mit anderen Körpern digital gekreuzt und schließlich in den dreidimensionalen Raum zurück übertragen wird.

Die Künstlerin wird ihre Arbeiten und ihren Arbeitsansatz in einem Künstlergespräch zur Eröffnung am 4. November ab ca. 19.30 Uhr vorstellen.

Liquid Identities

 

Liquid Identities
Liquid Identities

Wenn ich 'ich' sage, lüge ich
Wenn ich 'ich' sage, lüge ich
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Kurt-Kurt Projekte für den öffentlichen Raum
Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit


Stadtatmosphäre

Short & Intense Festival
Das Internationale Moabit Festival

Preview zum Kunstherbst 30. Sept - 2. Okt 2010 Emmanuelle Castellan (F) und Stéphane Pichard (F)

Ausstellung
30. September – 3. Oktober 2010





Die Auftaktausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstler Emmanuelle Castellan (Toulouse) und Stéphane Pichard (Paris) des deutsch-französischen Austauschprojekts “Ecotone” zwischen dem Kunstverein Tiergarten Berlin und der Maison d’Art Georges Pompidou in Cajarc. „Ecotone“ findet im Rahmen der langfristigen Kooperation „thermostat“ zwischen 14 deutschen Kunstvereinen und 14 französischen Centres d’Art statt, die maßgeblich von der Kulturstiftung des Bundes, dem französischen Kultusministerium und der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird
www.project-thermostat.eu.

Als Artists-in-Residence des Kunstvereins Tiergarten waren Emmanuelle Castellan und Stéphane Pichard fünf Wochen zu Gast in Berlin und haben die Stadt, die Kunstszene und Moabit kennengelernt. Im Kurt-Kurt stellen sie ihre Arbeit und ihre unterschiedlichen Strategien im Umgang mit ihren Impressionen des Moabiter Alltags vor.

Emmanuelle Castellan ist Malerin und setzt sich in Bildern und Installationen mit der Wahrnehmung von Landschaft und urbanem Raum auseinander. Ihre farbigen Zeichnungen und Malereien sind subtile Momentaufnahmen, die in der Wahrnehmung des Betrachters wie flüchtige Erinnerung erscheinen. www.emmanuellecastellan.com

Stéphane Pichard arbeitet vorwiegend mit Video, Fotografie und Zeichnung. Seine Arbeiten sind minimalistische Momentaufnahmen charakteristischer Alltagsszenen. http://stepp.free.fr

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Kurt-Kurt Projekte für den öffentlichen Raum
Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit


Stadtatmosphäre
Journeys With No Return
Migration und zeitgenössische Kunst
Ausstellung
12. – 20. Juni 2010
Infos:



www.journeyswithnoreturn.com
www.kurt-kurt.de
english version

Journeys With No Return

Künstler/innen: Kiran Kaur Brar, Ergin Cavusoğlu, Adam Chodzko, Jürgen Eisenacher, Margareta Kern, Melanie Manchot, Olaf Nicolai, Denizhan Özer, Maya Schweizer, Zineb Sedira, Nasan Tur, Clemens von Wedemeyer.

Kuratoren: Levent Calikoğlu, Peter Cross und Alice Sharp in Zusammenarbeit mit Simone Zaugg und Pfelder und in Assoziation mit dem Kunstverein Tiergarten. Ausstellungs-Koordinator: Denizhan Özer

Journeys With No Return ist eine Wanderausstellung, die in Istanbul, London und Berlin gezeigt wird. Inspiriert von dem Gedichtband Journeys with no Return des berühmten türkischen Schriftstellers und Politikers Nazim Hikmet, erkundet dieses Projekt den Einfluss türkischer Migration auf zeitgenössische Kunst und im weiteren Rahmen die Auswirkungen der globalen Migration.

Journeys With No Return basiert auf Kommunikation und Diskussion. Das Projekt schließt stipendiengestützte Künstler-Aufenthalte und Symposien in allen drei Städten ein und hat in jeder Stadt eine andere Form. Die Berliner Ausstellung, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem von Künstlern geleiteten Ausstellungsraum Kurt-Kurt, richtet sich sowohl an das internationale Publikum der 6. Berlin-Biennale, als auch an das lokale Publikum von Moabit, einem Berliner Bezirk mit einem großen Anteil von Zugewanderten aus vielen verschiedenen Ländern.

Während des Wiederaufbaus Nord-Westeuropas in der Nachkriegszeit ließ der Arbeitskräftemangel die Regierungen ungelernte Arbeiter aus den ehemaligen Kolonien sowie aus Regionen Südeuropas und von jenseits der europäischen Grenzen rekrutieren. Diese Einwanderer ermöglichten den Wirtschaftsboom der Nachkriegsjahre und die neue Konsumkultur in Westeuropa. Und viele dieser Gastarbeiter blieben dauerhaft. Doch in den letzten 15 Jahren hat eine neue Form der Migration die ältere, geplante Bewegung der Arbeitskräfte zwischen Nord und Süd ersetzt. Globalisierung, Krieg, Klimawandel und die immer größer werdende Kluft zwischen reichen und armen Nationen haben Migration von unvorstellbarem Ausmaß in allen Teilen der Welt erzeugt. Im Jahr 2008 beteiligten sich schätzungsweise 217 Millionen Menschen an der weltweiten Migration. Viele werden nie an den Ort ihrer Herkunft zurückkehren.

Die meisten der 15 Künstlerinnen und Künstler von Journeys With No Return haben Migrations-Hintergrund. Sie arbeiten mit verschiedensten Medien: Film, Video, Fotografie, Installation und Zeichnung. Ihre Arbeit basiert auf poetischen, menschlichen Gefühlen und realen Erfahrungen. Sie äußern sich mit Methoden der Kommunikation, die den Mainstream und populäre kulturelle Formen widerspiegeln.

Specials:

Artist Talks: Die Kuratoren von Journeys With No Return werden am Samstag, dem 12. Juni um 14 Uhr mit Margareta Kern und Melanie Manchot, und Samstag, dem 19. Juni um 16 Uhr mit Denizhan Özer über die Ausstellung und ihre Themen referieren. Am 19. Juni wird die Präsentation auch in türkischer Sprache erfolgen.

Filmvorführung: Am Samstag, dem 12. Juni, werden für eine ganze Nacht Videoarbeiten von Künstlern der Ausstellung in der Luxus Bar, Belforter Straße, Prenzlauer Berg, vorgeführt werden.

Ein Katalog in deutscher, englischer und türkischer Sprache ist im Kurt-Kurt Projektraum erhältlich.

Unterstützt von: Akbank Sanat, Arcola Theatre London, Arts Council of England, The British Council, The European Cultural Forum, Goethe-Institut, IFA, International Curators Forum, Aktive Stadtzentren Turmstraße.

www.kurt-kurt.de

KurtKurt Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
Lübecker Str. 13 10559 Berlin
Telefon: 030 39746942
Website: www.kurt-kurt.de

 

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Der Bevölkerung Deutschlands
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Journeys With No Return

Artists: Kiran Kaur Brar, Ergin Cavusoğlu, Adam Chodzko, Jürgen Eisenacher, Margareta Kern, Melanie Manchot, Olaf Nicolai, Denizhan Özer, Maya Schweizer, Zineb Sedira, Nasan Tur, Clemens von Wedemeyer.

Curators: Peter Cross and Alice Sharp in collaboration with Simone Zaugg and Pfelder.
Exhibition Coordinator: Denizhan Özer

Journeys With No Return is a travelling exhibition that will be shown in Istanbul, London and Berlin. Inspired by the book of poems Journeys With No Return by the famous Turkish writer and political figure Nazim Hikmet, this project explores the influence of Turkish migration to contemporary art and in the wider context of global migration.

Journeys With No Return is based on communication and discussion. The project includes artist’s residencies and symposia in all three cities and the exhibition has a different form in each city. The Berlin exhibition, organized in cooperation with the artist-run exhibition space Kurt-Kurt, is aimed both at the international audience of the 6th Berlin Biennale, and the local audience of Moabit, a Berlin district with a large population of immigrants from different countries.

During the reconstruction of North-West Europe in the post war period, labour shortages led governments to recruit unskilled workers from former colonies as well as from parts of Southern Europe and beyond Europe's borders. These immigrants enabled the economic boom of the post war years and helped to create the new consumer culture in Western Europe. And many stayed. But in the last 15 years a new form of migration has replaced the older, planned movement of labour between North and South. Globalization, war, climate change and the growing gap between rich and poor nations have created migration on an unimaginable scale all over the world. In 2008, an estimated 217 million people were involved in global migration. Many will never return to their place of origin.

Most of the 15 artists from Journeys With No Return come from a migration background. They work with a variety of media: film, video, photography, installation and drawing. Their work is based on poetic, human feelings and real experiences. They reach out with methods of communication that reflect the mainstream and popular cultural forms.

Specials:

Artist's Talks: The artists and curators of Journeys With No Return will, talk about the exhibition and its themes on Saturday the 12th at 2pm, and Saturday, 19th June at 4pm. On 19 June there will be the presentation in Turkish.

Film Screening: On Saturday, the 12th June an all night screening of video works by artists from the exhibition will be presented at the Luxus Bar, Belforter Straße, Prenzlauer Berg.

A Catalogue in German, English and Turkish languages will be available in the Kurt-Kurt project space.

Supported by: Akbank Sanat, Arcola Theatre London, Arts Council of England, The British Council, The European Cultural Forum, Goethe-Institut, IFA, International Curators Forum, Aktive Stadtzentren Turmstraße.

www.kurt-kurt.de

KurtKurt Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
Lübecker Str. 13 10559 Berlin
Telefon: 030 39746942
Website: www.kurt-kurt.de

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Stadtatmosphäre
Bauhaus-Universität Weimar zu Gast bei Kurt-Kurt Präsentation der Klasse von Prof. Wolfgang Christ | Entwerfen und Städtebau 1
Ausstellung: 6. – 15. Mai 2010

Stadtatmosphäre

Was uns an Städten fasziniert, ist ihre Atmosphäre. Aber was macht diese jeweils besondere Stimmung konkret aus? Und ist Stadtatmosphäre planbar? Wenn ja, wie könnte dies dann aussehen?

Um Fragen wie diese geht es bei einem Entwurfsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar, dessen Ergebnisse nun ab 6. Mai im Projektraum Kurt-Kurt zu besichtigen sind: Studierende der Fakultät Architektur unter der Leitung von Prof. Wolfgang Christ haben die Lübecker Straße in Moabit auf ihre atmosphärischen Qualitäten hin untersucht und diese unspektakuläre Quartiersstraße ganz bewusst mit einer Stadt verglichen, deren Name allein schon mannigfache Assoziationen weckt: Venedig.

Die Berliner Fotografin  Sabine Wild steuert ihre Interpretation Moabiter Straßenstimmung bei und zeigt zwei  großformatige Straßenportraits.

Infos unter:
Bauhaus-Universität Weimar
Professur Entwerfen und Städtebau I
Bauhausstr. 7b
99423 Weimar

Tel.: 049(0)3643-582601
Fax:  049(0)3643-58142601
Mail: staedtebau1@archit.uni-weimar.de

 

 

Wenn ich 'ich' sage, lüge ich
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