| Part 6 9. - 11. Dez 2010 Bertram Weisshaar (D) Die sechste Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler und Promenadologen Bertram Weisshaar
Durch die Straßen Moabits Der Spaziergangsforscher und Fotograf Bertram Weisshaar gestaltet seit 1995 zahlreiche öffentliche Spaziergangsinszenierungen und Interventionen im öffentlichen Raum. Mit seinem Spaziergang in Moabit führt er in ein überraschendes Patchwork vorhandener Alltagswelt ein. Dabei bringt er die ansonsten nur als isolierte Einheiten wahrgenommenen Stadtzonen, Verkehrsinfrastrukturen und Siedlungsfragmente in einen Zusammenhang. Er entwickelt eine differenzierte, wie auch poetische Leseart für diese Stadtstruktur und Stadtteilkultur, die so nie geplant und beabsichtigt war und daher gemeinhin als Ganzes nicht gesehen wird. Bertram Weisshaar lädt Sie ein, mit ihm am Samstag, 11.12.2010 um 17 Uhr durch die winterlichen Straßen Moabits zu spazieren.Am Donnerstag, 9.12.2010 um 19 Uhr, wird die Ausstellung "Die Suche nach dem Taschentuchbaum" bei Kurt-Kurt eröffnet. Zu sehen ist das "Herbarium Vagans Weisshaarii", welches während einer vierwöchigen Fußreise durch zahlreiche Kleingartenanlagen von Leipzig nach Köln im Jahre 2004 von Bertram Weisshaar gesammelt wurde. Der Spaziergangsforscher begab sich damals auf eine Wanderung durch die Kleingarten-siedlungen Deutschlands. Diese ca. 500 km lange "Expedition in den Alltag" lenkt den Blick auf das Kleingartenwesen. Die Reise begann im Gartenverein "Dr. Schreber", auf dessen Gelände Deutschlands einziges Kleingärtnermuseum zu finden ist, und endete in dem Kleingartenverein "Sonnenhang" in Köln. Die Forschungsreise untersuchte die heutige Pflanzenverwendung in Kleingärten, bzw. im Privatgrün. Es finden sich z.B. oft auch "Exoten" aus entfernten Kontinenten. Deren einstiger herausragender Wert wird mit deren heutigen Verfügbarkeit und Verwendung in Beziehung gesetzt. Die „Expedition“ wurde so zu einer „Jagd“ nach exotischen Pflanzen und weckt bewusst Assoziationen zu der fabelreichen Figur der „Plant Hunter“ (Pflanzenjäger, Pflanzensammler), durch welche diese Pflanzen in früheren Jahrhunderten nach Europa gebracht wurden. Der Spaziergang durch Moabit mit Bertram Weisshaar findet am Samstag, dem 11.12.2010 um 17 Uhr statt. Start ist in der Kurt-Kurt Projektzentrale. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anschließend gibt es im Kurt-Kurt Glühwein und Gebäck. Wir bitten Sie, sich kurz per e-mail unter info@kurt-kurt.de anzumelden, wenn Sie teilnehmen möchten. Spaziert wird bei jedem Wetter.
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| Part 5 2. - 4. Dez 2010 Karen Scheper (D) Die fünfte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstlerin Karen Scheper .
Schwarz-weiß Karen Schepers künstlerische Arbeit verknüpft Zeichnung mit zum Teil raumgreifenden Installationen. Ihre Referenzen aus der Science Fiction Literatur, aus kunstphilosophischen Diskursen oder Klassikern des Horror Films verdichtet sie, und verbindet visuelle und kognitive Erzählstrategien zu homogenen Bild-Text-Objekt Komplexen. Die Beschäftigung mit der „Verbesserung“ der menschlichen Natur und die Erweiterung des Mensch-Begriffes in utopischen Fiktionen, aber auch Massenszenen aus Filmen dienen als Grundlage für ihre comicartigen schwarz-weißen Assemblagen.Im vorderen Raum von Kurt-Kurt installiert Karen Scheper die Arbeit how to build a universe that may fall apart at any time [II]. Die frei hängenden Text- und Zeichenkörper der mind bubbles inszenieren die Auflösung räumlicher, zeitlicher und individueller Grenzen. Diese Gedankenauswüchse nehmen die Erweiterung der „Human Performance“ ins Visier - sei es die Identitätsstrukturierung von künstlichen Intelligenzen der Science Fiction Literatur, die Beschreibung bionischer Roboterarme oder die Vision, das denkende Bewusstsein vom leiblichen Körper trennen zu können. Im hinteren Raum wird black crowds / zombie walks präsentiert. Die Reihe der black crowds isoliert Massenszenen aus Filmen. Das Aktionspersonal mutiert in der Bearbeitung zur reinen Zeichen-Masse. In der Schwarzzeichnung erscheinen die Figuren als Silhouetten mit zahlreichen Umrissüberschneidungen wie Klumpen schwarzen Protoplasmas: eine sich blind bewegende Masse mit leib-haften Ausbildungen. Das Figurensetting verbindet sich zu einem kompakten Zusammenschluss energetischen Volumens und bildet damit ein filmisches Aktionspotential im Stillstand nach. Die gezeigten Motive stammen aus George A. Romeros „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“, Klassikern des Horrorfilms. Die Aufmärsche von Vampiren, Körperfressern und Zombies repräsentieren den gesichtslosen Feind der geschlossenen „Normalität“: die Revoltierenden, die Verarmten, die Entrechteten. Sie vermehren sich über Ansteckung und lassen sich somit mit Erregern vergleichen – den Viren. |
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| Part 4 25. - 27. Nov 2010 Via Lewandowsky (D) /> Zum Festival ist soeben ein Artikel von Claudia Wahjudi im Tagesspiegel erschienen: www.tagesspiegel.de/kultur/augenblick-mal/3087748.html Doch doch. Eine grün leuchtende LED-Schrift strahlt in der dunklen Winterzeit aus den Kurt-Kurt Projekträumen und bringt Licht und etwas grün in die baumlose Lübecker Straße. Das am meisten benutzte englische Wort „okay“ ist treffend für Ort und Zeit und ist die wörtliche Bedeutung der leuchtenden Buchstaben. Wir jedoch können die Leuchtschrift nicht lesen. Via Lewandowsky schreibt seinen Kommentar nicht in lateinischen Lettern. Er benutzt für sein Statement Zeichen aus dem Voynich-Manuskript, das vermutlich im 15. Jahrhundert in Norditalien geschrieben wurde. In dieser unbekannten und bisher nicht entzifferten Schrift und Sprache sind nur einzelne Zeichen entkodiert, wie z.B. die Buchstaben O, K, A und Y. Die künstlerische Strategie, das Alltäglichste in anderer Form zu präsentieren, und so den Betrachter mit kleinen, aber umso irritierenderen Verschiebungen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung zu konfrontieren, wohnt vielen der Arbeiten von Via Lewandowsky inne. Wer sich auf das Spiel von verschiedensten ironischen Bedeutungsebenen über Sprachbilder bis hin zu produktiven Missverständnissen einlässt, wird mitgenommen auf Expeditionen durch die Gedankenwelten des Künstlers. Für die Installation Vergiss dich (2005) hat Via Lewandowsky eine Liege mit eingebauter Chi-Massage-Maschine zur Hörstation umgestaltet. Die akustische Dimension dieser Massage-Liege - ein „Rat“ des Künstlers in Form eines Gedichtes mit der Anfangs- und Endzeile „Vergiss dich“ - erfährt der Besucher erst, wenn er sich in die Horizontale begibt und seine Füße in die vorgesehenen Ausformungen legt. Aus dem hintersten Raum von Kurt-Kurt ist ein Räuspern zu hören. Zu sehen ist hier nur ein verlassener Stuhl, an dessen Lehne einsam und unbeachtet ein Megaphon hängt. Dieses Gerät, das zum Verstärken von Aufforderungen, Befehlen und Signalen benutzt wird und nur selten gute Nachrichten übermittelt, scheint sich hier von allen Worten mit einer Phonetik jenseits der Sprache zu reinigen. Die Geräusche, die es von sich gibt, dienen nicht zum Wiederherstellen einer abhanden gekommenen Aufmerksamkeit, sondern sind viel mehr Ausdruck von Fassungslosigkeit und Sprachlosigkeit. Via Lewandowsky, der seit langen Jahren am Rande der Insel Moabit lebt und von hier aus immer wieder ausschwärmt auf seine weltweiten künstlerischen Expeditionen, aber auch immer wieder hierher zurückkehrt, nimmt uns in seiner Präsentation mit auf einen Weg von der Deutung zur Bedeutung, vom Raum zum Bild und vom Bild zur Sprache. |
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| Part 3 18. - 20. Nov 201010 Goran Tomcic (KRO/USA) Die dritte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Goran Tomcic www.arttakesmiami.com Lose Something Every Day Die drei neuen im Kurt-Kurt ausgestellten Installationen YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE, LOSE SOMETHING EVERY DAY und HEART SPILL von Goran Tomcic kreisen alle um das Thema Verlust. Wie viel verliert man jeden Tag? Etwas. Oder etwas mehr. Der Künstler arbeitet mit holographischen Folien, Plexiglas und Holz. Die Arbeiten oszillieren zwischen ihrer äußeren, glimmernden und glitzernden Erscheinung und ihren hinterfragenden und emotional aufgeladenen Botschaften. Manchmal fällt es leichter den existentiellen Fragen und Inhalten auszuweichen und sich zuerst auf die Glitzerästhetik einzulassen. Doch Goran Tomcic benutzt den vordergründigen Kitsch ganz bewusst. Er will damit die kritische Seite seiner installativen Werke nicht entschärfen, sondern sieht den Glanz und Glamour viel mehr als produktiven Kontrast. Der Künstler wird seine Arbeit in einem Künstlergespräch am Samstag, dem 20. November ab 17 Uhr vorstellen. |
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Part 2 11. - 13. Nov 2010 Dogan Dogan (TUR/D) Die zweite Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Dogan Dogan www.dogandogan.net Dogan Dogans Installation DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS, die neu und explizit für das Short & Intense Festival im Kurt-Kurt entwickelt wurde, setzt sich mit den hochaktuellen und brisanten Themen Migration und Integration in Deutschland auseinander. Genau genommen beschäftigt sich der in Berlin-Moabit lebende Künstler Dogan Dogan mit seiner eigenen Biografie und damit, was neue Heimat und Identität bedeuten. Dogan Dogan wurde 1967 als Kurde in der Türkei geboren. Als er die Grundschule besuchte, wurde er als Türkischer Staatsangehöriger registriert. Später studierte er in Deutschland und besitzt seit 1998 die Deutsche Staatsangehörigkeit. Man könnte seine Installation als ironischen Kommentar auf die derzeitige Debatte über Migration und die politische Kampagne "Integration" lesen. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sie sich bald aber als weitaus komplexer. Ausgehend von der Inschrift „Dem Deutschen Volke“ am Reichstagsgebäude in Berlin und Hans Haackes Arbeit „Der Bevölkerung“, stellt Dogan Dogan sozusagen als Betroffener eine neue Variante zur Diskussion: DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS. Dogan Dogan, der als Dogan Özdogan bei Hermann Nitsch und Simon Starling an der Städelschule in Frankfurt am Main und bei Hans Haacke in New York studiert hat, geht es in seiner Installation um mehr als um die bekannten Schlagwörter. Mit seinem künstlerischen Statement transferiert er die verbale und von den Medien gesteuerte Auseinandersetzung auf eine persönliche Ebene, wo jede und jeder seine eigene Situation und die Befindlichkeiten im Alltag einer multikulturellen Gesellschaft hinterfragen, prüfen und vergleichen kann. |
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Short & Intense Festival
Preview zum Kunstherbst 30. Sept - 2. Okt 2010 Emmanuelle Castellan (F) und Stéphane Pichard (F) |
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Ausstellung |
30. September – 3. Oktober 2010 | |
| Die Auftaktausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstler Emmanuelle Castellan (Toulouse) und Stéphane Pichard (Paris) des deutsch-französischen Austauschprojekts “Ecotone” zwischen dem Kunstverein Tiergarten Berlin und der Maison d’Art Georges Pompidou in Cajarc. „Ecotone“ findet im Rahmen der langfristigen Kooperation „thermostat“ zwischen 14 deutschen Kunstvereinen und 14 französischen Centres d’Art statt, die maßgeblich von der Kulturstiftung des Bundes, dem französischen Kultusministerium und der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird Als Artists-in-Residence des Kunstvereins Tiergarten waren Emmanuelle Castellan und Stéphane Pichard fünf Wochen zu Gast in Berlin und haben die Stadt, die Kunstszene und Moabit kennengelernt. Im Kurt-Kurt stellen sie ihre Arbeit und ihre unterschiedlichen Strategien im Umgang mit ihren Impressionen des Moabiter Alltags vor. Emmanuelle Castellan ist Malerin und setzt sich in Bildern und Installationen mit der Wahrnehmung von Landschaft und urbanem Raum auseinander. Ihre farbigen Zeichnungen und Malereien sind subtile Momentaufnahmen, die in der Wahrnehmung des Betrachters wie flüchtige Erinnerung erscheinen. www.emmanuellecastellan.com Stéphane Pichard arbeitet vorwiegend mit Video, Fotografie und Zeichnung. Seine Arbeiten sind minimalistische Momentaufnahmen charakteristischer Alltagsszenen. http://stepp.free.fr |
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Journeys With No Return Migration und zeitgenössische Kunst |
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Ausstellung |
12. – 20. Juni 2010 | |
Infos: |
www.journeyswithnoreturn.com www.kurt-kurt.de english version |
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| Stadtatmosphäre Stadtatmosphäre Was uns an Städten fasziniert, ist ihre Atmosphäre. Aber was macht diese jeweils besondere Stimmung konkret aus? Und ist Stadtatmosphäre planbar? Wenn ja, wie könnte dies dann aussehen? Um Fragen wie diese geht es bei einem Entwurfsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar, dessen Ergebnisse nun ab 6. Mai im Projektraum Kurt-Kurt zu besichtigen sind: Studierende der Fakultät Architektur unter der Leitung von Prof. Wolfgang Christ haben die Lübecker Straße in Moabit auf ihre atmosphärischen Qualitäten hin untersucht und diese unspektakuläre Quartiersstraße ganz bewusst mit einer Stadt verglichen, deren Name allein schon mannigfache Assoziationen weckt: Venedig. Die Berliner Fotografin Sabine Wild steuert ihre Interpretation Moabiter Straßenstimmung bei und zeigt zwei großformatige Straßenportraits. Infos unter: Fax: 049(0)3643-58142601 Mail: staedtebau1@archit.uni-weimar.de
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